Service "Tiefenbronn" mit Schliff

VLG
Entwurfsjahr: 1939
feine Weingläser vor einem schwarzen Hintergrund

Gechichte

Geschliffene Gläser stehen im 20. Jahrhundert unter Generalverdacht. Lenken die schmückenden Muster nicht von der reinen und sachlichen Form ab? Wagenfeld ärgert sich über die „strengen Formcalvinisten“, denn seiner Meinung nach können gute Schliffe die Form des Glases durchaus unterstützen. Sein Service "Tiefenbronn" gibt es daher in zwei Varianten: mit und ohne Schliff-Dekor.

Auf dem fröhlichen Foto des Stuttgarter Fotografen Lazi sehen wir die geschliffene Variante: Das feine, dünne Glas der Kuppa wurde mit Lanzettschliffen geschmückt, die direkt nebeneinander liegen. Um solche Schliffe von Hand auszuführen, brauchten die Arbeiter eine gute Ausbildung und sehr viel Erfahrung. Wilhelm Wagenfeld schätzte die hohe Kunst dieses alten Handwerks. Man könne leichter den Direktor einer Glashütte ersetzen als einen guten Glasschleifer!