Geschichte
1959 bekommt Wilhelm Wagenfeld einen neuen Auftrag vom Unternehmen Lindner in Bamberg. Er hatte bereits ein umfassendes Leuchtenprogramm für Lindner entworfen, doch nun wünscht sich das Unternehmen kleine Porzellan-Fassungen, in die Glühbirnen geschraubt werden können. Eine einfache, preiswerte Leuchten-Lösung für Keller, Flure und Badezimmer. Wagenfeld ist nicht gerade begeistert: "Auf mich wirken solche Lichtquellen ungastlich, beinahe geizig. Ich mag die nackte Glühlampe nicht und sollte jetzt sie selbst noch fördern?" schreibt er in der Zeitschrift Form. Er hadert, zeichnet und denkt lange nach, bis er die zündende Idee hat: Er gestaltet nicht nur die Fassung, sondern auch die bisher immer runde Glühlampe - aus beiden Elementen soll nun eine Einheit entstehen." Wagenfeld findet schließlich eine überzeugende Lösung. So einfach und gradlinig das Ergebnis auch aussieht - der Weg dahin war aufwändig: "Wir hatten an die Fabrikation zu denken, an die Normen und sogar an Verpackungsfragen. Dergleichen kann einem im Weg sein wie Steine und Gestrüpp im Wald. Aber zuletzt kommt jedesmal auch das Vergnügen hinzu, gerade diese Hindernisse auszunutzen, sie eines nach dem anderen dann einzubeziehen als festen Halt und sie zu brauchen im weiteren Ertasten und Erfühlen der richtigen Form des Gewollten."
Fun Fact: Ein Exemplar der Deco-Leuchtenserie ist heute in der Sammlung des Museums of Modern Art in New York. Die Kuratorin Greta Daniel hatte Wagenfeld in dieser Zeit in Stuttgart besucht und u.a. diese einfache Leuchte fürs Museum ausgewählt.