Bauhausleuchte

Staatliches Bauhaus Weimar
Entwurfsjahr: 1924

Die Bauhausleuchte - das Werk, mit dem man Wagenfeld am meisten verbindet. Aber eigentlich ist es nicht das Werk, das seine Gestaltungsgrundsätze am besten zum Ausdruck bringt. Die Leuchte steht natürlich im hohen Maße für das Bauhaus: Die Materialien und Details wie die sichtbaren Fassungsringe zeigen, dass sie ein technischer Gegenstand ist. Der Entwurf folgt geometrischen Prinzipien, die Kreisform des Aufnahmerings reagiert zum Beispiel genau auf die Form der Fußplatte. Die Leuchte gibt einen fast utopischen Ausblick auf eine schöne, neue, geordnete Welt. Aber sie hat auch etwas Harmonisches, Ruhiges, fast Poetisches. Diese feine Balance zwischen Technik und Harmonie hat sie so erfolgreich gemacht.

Mit Wagenfelds späterem Ideal einer industriellen Entwurfsarbeit hat die Leuchte aber noch nicht so viel zu tun, denn sie wurde in guter alter Handarbeit gefertigt. Es ist spannend, dass sich die Leuchte vor allem durch die bildliche Repräsentation verbreitet  hat. So viele Exemplare wurden in den 20er/30er Jahren gar nicht produziert aber sie taucht eben sehr oft in Zeitschriften oder Einrichtungsbüchern auf. Das Phänomen gab es also schon weit vor unserer digitalen Bilderflut. Unser Stück ist übrigens eine der ersten Bauhausleuchten, die in der Metallwerkstatt des Bauhauses entstanden sind. Wagenfeld hat sie seinen Eltern geschenkt, die in Bremen lebten. Als die Eltern gestorben sind, hat er die Leuchte mit zu sich nach Stuttgart genommen. Jetzt ist sie als Dauerleihgabe der Familie Wagenfeld wieder bei uns in Bremen.